Suchmaschinenoptimierung vor dem Hintergrund der internationalen Ausrichtung | WEBeLINE

Suchmaschinenoptimierung vor dem Hintergrund der internationalen Ausrichtung

29.04.2010

Websites für mehrere Regionen anbieten
 

Insbesondere bei international agierenden Unternehmen stellt sich immer wieder die Frage, welches die bestmögliche Strategie für eine länderübergreifende sowie mehrsprachige Tätigkeit ist – häufig wird hier vergessen, das Ganze auch aus der Perspektive der Suchmaschinen zu betrachten und diese Faktoren mit in die Entscheidung einfließen zu lassen. In dieser Kolumne möchte Bastian Grimm die verschiedenen Möglichkeiten sowie damit verbundene Vor- und Nachteile aufzeigen.

Im folgenden Beispiel gehen wir einmal davon aus, dass ein Geschäftsbetrieb in den Ländern Deutschland, Spanien sowie Frankreich gegeben ist – d.h. es sind drei unterschiedliche Sprachversionen notwendig. Vorab betrachten wir einmal die unterschiedlichen Arten von Domains.
1.) Länderspezifische Top-Level Domains (kurz: ccTLDs für “country-code top level domain”): Diese Domains sind immer an ein spezielles Land befunden, so steht .de für Deutschland, .es für Spanien, etc. und so können Benutzer und auch Suchmaschinen relativ schnell erkennen, dass die Website explizit auf ein bestimmtes Land zugeschnitten wurde.
2.) Generische Top-Level Domains (kurz: gTLDs für „generic top level domain”): Die so genannten gTLDs sind nicht an ein spezifisches Land gebunden, zum Beispiel .com, .net oder .org – Google betrachtet auch regionale Domains wie .eu oder .asia als gTLDs. Gleiches gilt für Sonderfälle von ccTLDs, die nicht von den jeweiligen Ländern genutzt werden, Beispiele sind hier .me oder .tv.

Mögliche Lösungen wären also:

1.Verwendung dreier, lokalisierter ccTLDs (d.h. man würde den Domainnamen, sofern es kein Brand ist, übersetzen) – in unserem Beispiel also:
a.domain.de
b.domain.es
c.domain.fr
2.Verwenden von Subdomains auf einer gTLD (hier wäre es natürlich auch denkbar, eine ccTLD zu verwenden, wobei man die Sinnhaftigkeit hinterfragen müsste, auf z.B. einer .de Domain eine es-Subdomain einzurichten)
a.de.domain.com
b.es.domain.com
c.fr.domain.com
3.Verwenden von Verzeichnissen auf einer gTLD (wie auch bei der Verwendung von Subdomains könnte man das Ganze auch auf einer gTLD abbilden, dies wird aber nicht empfohlen!)
a.domain.com/de/
b.domain.com/es/
c.domain.com/fr/

Hierbei beachten Suchmaschinen – und inbesondere Google – die folgenden Faktoren, um die geografische Ausrichtung zu erkennen:

1.Verwendung einer ccTLD – hier ist klar, welches Land gemeint ist und Google hat keinerlei Probleme bei der Zuordnung.
2.Manuelle, geografische Ausrichtung für gTLDs in den Google Webmaster Tools[1]: Man kann in den Webmaster Tools sowohl für Subdomains als auch für Verzeichnisse, einzelne geografische Ziele festlegen[2] – d.h. die unter Punkt 3/ genannte Option domain.com/es/ würde entsprechend dem geografischen Ziel „Spanien“ zugeordnet werden.
3.Server-Standort (über die entsprechende IP Adresse des Servers) – und insbesondere in hoch kompetetiven Bereichen wichtig. Wobei Google hier schon erkannt hat, dass es Probleme geben kann – z.B. im Zusammenhang mit großen Content Delivery Networks. Daher ist die IP kein definitives Signal und wird nur im Context betrachtet.
4.Andere Signale (laut Google) können auch die Verwendung von lokalen Telefonnummern, Adressen sowie der Währung sein. Wobei hier davon auszugehen ist, dass diese Signale für sich alleine keine Auswirkung haben werden.

Außerdem – und das wird von Google gern auch nur in einem Nebensatz erwähnt – sind insbesondere die Backlinks und deren Ursprung extrem wichtig. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie mit Backlinks – welche z.B. ausschließlich aus Holland stammen – in Deutschland gute Platzierungen erreichen, ist relativ gering. Hier ist auf jeden Fall ein gesunder Mix erforderlich – schauen Sie also, dass beim Linkaufbau in jedem Fall entsprechend Links aus Ländern (bzw. von ccTLDs) bekommen, in denen Sie auch ranken wollen – oder Fragen Sie den SEO Ihres Vertrauens! ;)

Abschließend noch einige Hinweise zu verschiedenen Vorgehensweisen, die aus Sicht der Suchmaschinen keine Lösungsmöglichkeiten sind:

Die Verwendung der gleichen URL und die Aussteuerung der Sprach- / Länderwahl mit Cookies oder über die aktuelle Session des Besuchers, denn Suchmaschinen-Crawler akzeptieren keine Cookies (und damit auch keine Sessions) und bekommen so immer nur die Standard-Sprachversion zu sehen – die internationalen Versionen können nicht aufgerufen werden.
Verwenden von URL Parametern wie z.B. domain.com/?lang=de oder ?country=fr, etc. – denn die Segmentierung auf Basis der URL ist extrem schwierig und auch die geografische Ausrichtung in den Webmaster Tools ist nicht möglich.
Verwenden von Meta Tags, wie z.B. „geo.position“ oder auch „distribution“ – diese werden nicht beachtet.
1: http://www.google.com/webmasters/tools
2: http://googlewebmastercentral.blogspot.com/2008/04/where-in-world-is-your-site.html

Wer Interesse hat, mit Bastian Grimm in Kontakt zu treten, der findet seine vollständigen Kontaktdaten auf www.bastian-grimm.com

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen