Willkommen zum zweiten Teil der „SEO Basics“-Serie! In der letzten Ausgabe der WEBeLINE hat Bastian Grimm zum Start einmal die wichtigsten Elemente und Optimierungen dargestellt, die im Zusammenhang mit dem Kopfbereich einer Webseite relevant sind. In dieser Ausgabe beschäftigt er sich mit dem eigentlichen Content Bereich - sprich mit allem, was für Besucher und auch Suchmaschinen wirklich „sichtbar“ ist.
„Content is King“ – stimmt, aber bitte TEXT-Content…
Den Satz kann selbst ich nicht mehr hören – und Sie vermutlich genauso wenig. „Leider“ ist aber, aus der SEO Perspektive gesprochen, sehr viel Wahrheit darin enthalten. Es nützt also nichts – wir müssen uns damit auseinander setzen.
Ein grundsätzliches Problem, welches überwiegend auch bei Adult-Portalen auftritt, ist die Tatsache, dass Suchmaschinen wie z.B. Google mit Bildern und auch Videos – nach wie vor – relativ wenig anfangen können. Wie bitte?! Gut, man muss das sicher ein wenig relativieren – die Google Bildersuche oder auch Video Integrationen, insbesondere in die Google Universal Search, bringen durchaus signifikanten Traffic – leider aber, und das Problem kennen die meisten von Ihnen sicherlich auch, sieht es da mit Adult-Content nur begrenzt positiv aus. Sicherlich, ab und an rutscht mal was durch den Filter und auch mit Softcore-Inhalten und einer entsprechenden Verlinkung kriegt man Rankings hin – aber das ist nichts, auf was man ausschließlich bauen sollte. Und das bringt uns wieder zurück zum Thema Textinhalte! Im Folgenden beschäftigen wir uns also mit dem <body>-Tag und dem sich darin befindlichen Text sowie auch den zugehörigen Formatierungs- sowie Strukturierungsmöglichkeiten und Anweisungen, die für Suchmaschinen relevant sind.
Keyword-Fokus, Reihenfolgen und Dichte
Bevor wir uns konkrete Tags und Formatierungsmöglichkeiten anschauen, möchte ich noch ein paar allgemeine Hinweise mit auf den Weg geben sowie auch mit einem meiner „SEO Lieblingsmärchen“ aufräumen.
Beginnen wir mit den einfachen Dingen: Keywordfokussierung. OK – in der Praxis doch nicht so einfach, aber im Grunde kann man das anhand einer einfachen Regel gut in den Griff bekommen: Optimieren Sie nicht für X verschiedene Keywords auf einer einzigen Seite, in der Regel klappt das nicht. Sicher, bei wettbewerbsschwachen Begriffen oder Phrasen schafft man es meist, auch für eine Vielzahl von Keywords zu ranken – in hoch kompetitiven Bereichen schaut das aber ganz anders aus: Erstellen Sie daher grundsätzlich eine Seite pro Keyword und nutzen Sie maximal noch kombinierte Begriffe oder Einzahl- / Mehrzahl Variationen als zusätzliche Keyword-Ziele. Wird die Seite z.B. auf den Begriff „Videochat“ optimiert, bieten sich ergänzend Begriffe, wie „Video Chats“, „Video Chat kostenlos“ oder „Chat mit Video“ mit an.
Außerdem ist es auch wichtig, wo das Keyword auf der Seite auftaucht, denn Suchmaschinen versuchen zu ermitteln, um was für Themen es auf der Seite geht und auch zu welchem Themencluster selbige Seite gehört. Achten Sie also unbedingt darauf, dass Sie Ihr Hauptkeyword auch möglichst weit vorn im lesbaren Text positionieren. Das gilt auch für den Satzbau – versuchen Sie auch hier, den jeweiligen Begriff möglichst weit vorne im Satz zu verwenden.
Und abschließend noch ein paar Hinweise zum Thema Keyworddichte („Keyword Density“): Es ist NICHT erforderlich, dass Ihre Seite eine exakte Keyworddichte von 6,9283712% aufweist ;) In der Vergangenheit wurde hier mit den wildesten Werten hantiert und jeder behauptete von sich, den bestmöglichen Wert gefunden zu haben. Aber wie so oft in der Suchmaschinenoptimierung kann man hier nur sagen: „Es kommt darauf an…“! In jedem Fall ist es natürlich wichtig, dass das Keyword, für das die Seite primär gefunden werden soll, überhaupt einmal auf der Seite vorkommt. Ein Wert, der sich grob behauptet hat, ist eine Keyworddichte (für das Hauptkeyword) von in etwa 3 bis 4,5% - aber ob das nun 2,7% oder auch 4,7% sind, spielt am Ende keine Rolle – die Verwendung muss „natürlich“ erfolgen, der Text muss lesbar bleiben und dann wird auch die Suchmaschine die Seite für relevant erachten. Sie müssen lediglich dafür sorgen, dass auch tatsächlich Ihr Hauptkeyword die höchste Dichte aufweist und nicht etwa irgendein anderer Begriff (denn dann würde die Suchmaschine logischerweise „denken“, dass dies das wichtigste Keyword sei).
Verwendung von Überschriften
Im HTML Quelltext werden Überschriften mit den <hX>-Tags ausgezeichnet, <h1> für die wichtigste Überschrift, <h2> für eine Überschrift der 2. Ordnung und so weiter – runter bis zu <h6>.
Wie zu erwarten sind diese Überschriften selbstverständlich auch für die SEO On-Page Maßnahmen relevant – bzw. ein Teil des Ganzen. D.h. es ist in jedem Fall angebracht und notwendig, dass Sie Ihre Keywords auch entsprechend innerhalb von Textüberschriften verwenden und diese mit den jeweiligen Tags auszeichnen. Auch hier gilt natürlich: Nicht überoptimieren! Es müssen sinnvoll lesbare Sätze dabei herauskommen.
Insbesondere sollten Sie auch darauf achten, dass Sie diese Überschriften in der entsprechenden Reihenfolge verwenden – rein von der Logik macht es einfach keinen Sinn, z.B. eine <h3>-Überschrift VOR der <h1>-Überschrift zu verwenden. Und das sollten Sie auch tunlichst vermeiden, denn Suchmaschinen bewerten durchaus, ob Sie diese Reihenfolgen ordnungsgemäß einhalten – ist das nicht der Fall, werden Sie womöglich von der Verwendung auch nicht profitieren.
Ein weiterer, häufig auftretender Fehler ist die Mehrfachverwendung des <h1>-Tags. Per Definition darf eine Seite nur eine einzige Gesamtüberschrift haben – und diese wird mit einem <h1> versehen, mehr als eine Gesamtüberschrift gibt es aber auch nicht – d.h. für alles weitere ist dann <h2>, <h3>, etc. zu verwenden.
Betonung von Begriffen
Auch die Betonung der jeweiligen Keywords innerhalb des Textes ist sinnvoll und schadet – bei sinnvollem Einsatz – nicht. Denn genau wie den Besuchern der Webseite, denen ein fettgeschriebenes Wort beim Überfliegen eines Textes sofort in Auge sticht, gehen auch die Suchmaschinen vor: Sie versuchen zu verstehen, was auf einer Seite wirklich wichtig ist. Und wenn Sie anhand von Betonungen einen Fokus auf das jeweilige Keyword legen, helfen Sie einmal mehr, dass die Suchmaschinen diese Seiten auch den richtigen Keywords zuordnen.
Mögliche Tags sind hier zum einen das <strong>-Tag zum fett schreiben sowie auch das <em>-Tag, welches eine Textpassage oder einen Begriff in kursiver Schrift darstellt.
Semantischer Quelltext
Semantik bedeutet, vereinfacht gesprochen, nicht viel mehr, als bestimmte Elemente und Dinge mit den jeweils dafür vorgesehenen HTML Tags auszuzeichnen – der Grund dafür ist relativ simpel: Suchmaschinen verarbeiten eben nur Tags und Texte, kein visuelles Abbild der Seite. Hat man nun z.B. eine Adresse auf der Seite, so sollte diese auch mit dem entsprechenden <address>-Tag ausgezeichnet sein – selbstverständlich erkennt der Besucher diese Adresse auf der Seite sofort, die Suchmaschine aber nicht so ohne Weiteres. Mit dem Tag wird diese Erkennung ermöglicht bzw. vereinfacht und u.a. für Google Local Search kann dieser Anwendungsfall sehr sinnvoll sein.
Es gibt eine Vielzahl weiterer, semantischer Tag-Bedeutungen. Hier einige Beispiele:
<p> - einzelne Absätze werden mit einem Paragraph-Tag umschlossen.
<ul> / <ol> - Crawler „lieben“ strukturierte Daten – insbesondere die Verwendung von Listen, z.B. für die Keyfacts auf einer Seite, steigert die Relevanz einer Seite.
<blockquote> - Zitate und quotierte Aussagen gehören in dieses Tag
Die Verwendung dieser Tags hilft den Crawlern, einzelne Bereiche und Inhalte einer Seite besser zu verstehen und demnach auch, diese entsprechend zu bewerten.
Links
Auch bei der Verlinkung von Seiten kann vieles schief gehen – und im schlimmsten Fall sind Links, wenngleich für den Besucher der Seite sichtbar und auch klickbar, möglicherweise für die Crawler der Suchmaschinen nicht vorhanden. Dies kann viele Gründe haben: Zum Beispiel könnte sich der Link in einem Flash-File befinden oder aber, es handelt sich womöglich um einen Link, der vollständig mit JavaScript realisiert wurde. Zu beiden Themen habe ich bereits in einer vergangenen WEBeLINE Ausgabe geschrieben, da häufig unvorhergesehene Probleme auftreten. Um das Ganze daher zu vereinfachen: Wenn Sie Seiten miteinander verlinken und diese Links sollen auch für Suchmaschinen problemlos nutzbar sein, so verwenden Sie bitte ausschließlich das dafür vorgesehene <a>-Tag.
Die einfachste Form eines „sauber“ funktionierenden Links könnte etwa so aussehen: <a href=“http://www.web-eline.eu/“>Zur WEBeLINE Homepage</a>.
Selbstverständlich sind Ergänzungen durch das „target“, „title“ oder andere Attribute, wie z.B. „class“ unproblematisch und haben keinen Einfluss darauf, ob der Link erkannt wird, oder nicht.
Und damit haben Sie nun auch schon einen vollständigen Überblick über die wichtigsten Einzelelemente im Contentbereich einer HTML Datei – im nächsten Teil der SEO Basics Serie geht es dann um das Thema Informationsarchitektur einer Website bzw. interne Verlinkung. Beides hat signifikanten Einfluss darauf, wie gut einzelne Inhalte einer Website gefunden und von Suchmaschinen bewertet werden.
Wer mit Grimm in Kontakt treten will, findet seine vollständigen Kontaktdaten auf www.grimm-digital.com
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