Rückblick 2009 - Ausblick 2010 | WEBeLINE

Rückblick 2009 - Ausblick 2010

04.01.2010

"Weg von der Illusion einer eierlegenden Wollmilchsau"

Das Jahr 2009 wird als Krisenjahr in die Historie eingehen und lange in Erinnerung bleiben. Ganz gemäß der Tradition lässt die WEBeLINE das Jahr noch mal Revue passieren, das für so viel Diskussionsstoff sorgte. Genauso soll der Blick nach vorne gehen, um vielleicht schon einen Vorgeschmack zu bekommen, was das Jahr 2010 bringen könnte. Branchenteilnehmer stehen Rede und Antwort.

1.Wenn Sie das ganze Jahr 2009 in Betracht ziehen, was waren für Sie die Höhepunkte bzw. die  Tiefschläge?

2.Brancheninsider sprechen im Zuge der Wirtschaftskrise auch von Umsatzeinbrüchen in der Online-Erotik. In wie weit haben Sie diese zu spüren bekommen?

3.Welche Lehren kann die Branche aus dem so genannten Krisenjahr 2009 ziehen?

4.Das Internet ist bekanntlich stets im Wandel. Über welche einschneidenden Entwicklungen werden wir Ihrer Ansicht nach 2010 diskutieren?

5.Welche Projekte stehen bei Ihnen oder Ihrem Unternehmen für das nächste Jahr an?


Oliver Seidel

Adcell
1.Höhepunkt des Jahres 2009 war bisher für Adcell der Gewinn des 4. Platz in der Wahl der besten Affiliate-Netzwerke durch das Expertenportal 100partnerprogramme.de. Wir freuen uns sehr, das wir nach der enormen Entwicklung, die Adcell in den letzten zwei Jahren genommen hat, hier eine schöne Würdigung erhalten haben. Richtige Tiefschläge gab es für uns eigentlich nicht - wir haben sicher auch einen Umsatzrückgang hinnehmen müssen, agieren aber immer vorsichtig und haben daher hier keine größeren Probleme.

2.Auch wir haben im Erotik-Bereich bei unseren großen Programmen Umsatzeinbußen hinnehmen müssen - darüber ist natürlich keiner glücklich, aber es kann nicht immer nur bergauf gehen. Wir haben uns daher auf unsere Stärken konzentriert und unser Kerngeschäft mit Innovationen wie dem automatischen Sonderprovisionstool, mit dem bequem auch sehr komplexe Provisionsregeln umgesetzt werden können, weiter ausgebaut.

3.In einer Krise ist es immer wichtig, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren und hier besser und effektiver zu werden, um einen möglichen Umsatzrückgang und eine Ergebnisbelastung verdauen zu können. Man sollte aber auch nicht in die allgemeine Krisenstimmung einsteigen, sondern einfach immer nach vorne blicken und sein Geschäft ausbauen und optimieren - dann hat man einen guten Wettbewerbsvorteil gegenüber seiner Konkurrenz.

4.Ich denke, das größte Potenzial liegt in den sozialen Netzwerken - hier werden weiter spannende Applikationen entwickelt werden. Es gibt schon viele Firmen, die als alleinigen Geschäftszweck den haben, für Social Networks Applikationen zu entwickeln. Am Beispiel des iPhone und was es dort schon für Software und Applikationen gibt, lässt sich das Potenzial hier ermessen - Dort wo so eine immense Besucheranzahl ist, wird auch die nächste Entwicklung herkommen vermute ich. Im Spotlight waren 2009 die Social Networks, ich denke 2010 werden es Applikationen dafür sein.

5.Das können wir leider noch nicht verraten - wir haben aber einige spannende Produkte in der Pipeline, mit denen wir unsere Kunden und unsere Konkurrenz überraschen werden.

Andre Zschaebitz
Inter Content KG
1.Höhepunkt: Umzug in unsere neuen Büroräume
Tiefschlag: Der plötzliche Tod eines geschätzten Kollegen.

2.Insofern, dass einige Kunden in längeren Abständen Erotik konsumieren, d.h. weniger Geld ausgeben als in Vergleichszeiträumen.

3.Qualität setzt sich durch.

4.• Gibt es ein Leben nach dem Amateurboom?
   • Jugendschutz in Deutschland.

5.Da setzten wir auf das Überraschungsmoment.


Gerhard Fleischmann und Jane
JAE1.net

1.Das Jahr 2009 war für uns persönlich ein sehr zufriedenstellendes und erfolgreiches Jahr. Es ist uns gelungen, die Marke JAE1 auszubauen und erfolgreich am Markt zu platzieren. Extrem happy war Jae mit dem Gewinn des EROTIXXX Award "Best Reality Actress" und wir haben unser Partnerprogramm jae-partner.com für jeden Webmaster geöffnet und können auch für externe Seitenbetreiber günstiges Kreditkartenbilling über webpayment.at anbieten. Alles in allem ein für uns erfolgreiches Jahr 2009.

2.Wir sind mit unseren Webseiten, dem Magazin und dem speziellen Reality Memberbereich noch nicht so lange online, dass wir genaue Vergleiche stellen können, sind aber mit unseren Zahlen durchaus zufrieden, denn wir sind in Österreich auch schon glücklich mit einem Stück Schwarzbrot die Margarine kommt vielleicht demnächst. Ich denke, dass wir mit unseren Reality Inhalten auf einem guten Weg sind, um auch Schwankungen solide begegnen zu können.
3.Wir bieten ein erhebliches Maß an Fairness, Kundenzufriedenheit und einen Support, der seinesgleichen Sucht und können unseren Webmastern Inhalte bieten, die sie nicht an jeder Ecke finden und bewerben können. Ich denke, wenn die Mitbewerber, die in diesem Jahr nicht wirklich zufrieden waren, auch etwas mehr Fairness und Qualität ihrem Umfeld gegenüber gewähren, so ist schon ein großer Schritt getan.

4.Für mich verändert sich das Internet täglich!!!
Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es grundlegende Änderungen gibt. Vielleicht gibt es eine Änderung auf dem mobilen Markt - ich habe da schon einen innovativen Lösungsansatz gesehen.

5.Für das Jahr 2010 haben wir uns wieder eine Menge vorgenommen. Wir werden unser Partnerprogramm ausbauen weiterhin tollen Inhalt produzieren, die bereits bestehende Mainstream Erotiktelefonie für Webmaster öffnen und Jae goes mobil, aber mehr wird nicht verraten ;-)

Christoph C. Cemper
CEMPER.COM
internet marketing services

1.Die Höhepunkte waren sicherlich der sehr erfolgreiche Launch unserer SEO
Knowhow Serie auf
http://www.cemper.com/seo-knowhow
http://www.cemper.at/seo-knowhow
sowie unsere LinkResearchTools auf http://www.linkresearchtools.com/

Wir haben als Linkbuilding- und SEO Dienstleister zu beiden ein extrem positives, großes Echo bekommen! Tiefschläge waren eher interner, technischer und vor allem alltäglicher
Natur :-) also nichts erwähnenswertes!

2.Als Dienstleister überhaupt nicht. Es gibt Kunden, die jetzt den Kopf in den Sand stecken (müssen), aber auch viele die jetzt die Chance ergriffen haben, für den Aufschwung vorzuarbeiten - genau wie wir!

3.Mein Motto "Geht net gibt’s net" hat sich wieder bestätigt. Ansonsten kann ich nur als Lehre ergänzen - nur wenn das Team stimmt, stimmt das Ergebnis - intern aber auch mit den Kunden.

4.Twitter und sein massives Wachstum, das die Blogs ablosen wird, wird von Google noch wesentlich deutlicher als Qualitätskriterium berücksichtigt werden müssen. Google Pagerank wird noch 3 x für tot erklärt werden, obwohl es bereits seit
zwei Jahren tot ist :-)

5.Die LinkResearchTools.com sind gerade in der ersten Version und wir haben eine geniale, aufregende Roadmap dafür. Wir werden damit unser Ziel die besten Link Building Tools am Market zu entwickeln weiterverfolgen. Die neuen Features werden den heutigen Usern zuerst und so schnell wie möglich zur Verfügung gestellt werden, und auch ich freu mich schon darauf!

Stefan Geisler
Amazing Content
1.Als Contentproduzent muss ich leider sagen, dass die Höhepunkte in 2009 eher
rar gesät waren. Ich zähle das einfach mal als Höhepunkt, dass wir noch
immer im Geschäft sind und auch nicht planen, das demnächst zu ändern. Im
Gegensatz zu diversen Mitbewerbern. Aber auch wir mussten akzeptieren, dass
wir uns in keinem Wachstumsmarkt mehr befinden und dringend dafür sorgen
müssen, unsere Einkommensquellen zu vermehren. Und daran arbeiten wir.

2.Geht uns genauso - es geistert (zumindest international) immer wieder etwas
von minus 30 Prozent herum. Das erscheint mir nicht unwahrscheinlich. Und es fällt
mir verdammt schwer, denjenigen Glauben zu schenken, die nachwievor von
wachsenden Umsätzen sprechen, man aber hintenherum ganz andere Sachen
mitbekommt (etwa Personalabbau, Zahlungsschwierigkeiten oder Einschränkungen
im Service).

3.Vor allen Dingen eines: Wer seine Kunden nicht ernst nimmt und einzig allein
als Melkkuh sieht, der hat jetzt ein Problem. Denn schlechten Content und
schlechten Service bekommt man heutzutage überall kostenlos. Und natürlich
sollte man die Finger am Puls der Zeit haben, die Vorlieben für bestimmte
Contents scheinen immer schneller durchzuwechseln.

4.Auch wenn ich das als Contentproduzent ungern zugebe: Ich denke die Zukunft
gehört dem Live Content. In Kombination mit Funktionen wie bei MySpace,
Facebook und Konsorten. Denn dies sind die Plattformen, die derzeit der
Online Erotik die User abspenstig machen. Der User hat einfach nicht mehr
jeden Abend drei oder vier Stunden zum Porno suchen verfügbar, weil er Farmville
oder Mafia Wars spielt und mit Freunden oder neuen Bekanntschaften live
chattet. Und wenn es ihn dann pressiert, gibt es genug Tube Seiten für die
schnelle Befriedigung.

5.Wir besitzen über 2.000 Szenen, diese zu vermarkten wird unser Hauptprojekt
für 2010. Über alle Medien und alle Wege, die legal und profitabel sind. Wer
dafür gute Ideen hat, kann sich gern bei uns melden.

Christian Kreul
SexGoesMobile

1.Derzeit befinden wir uns in einem Markt, der nur in eine Richtung tendiert. Und zwar nach oben! Immer mehr Menschen nutzen das Handy, um im Internet zu surfen. Die Geräte werden immer moderner, leistungsfähiger und das Surferlebnis ist um ein vielfaches komfortabler, als noch vor einigen Jahren. Auch darf man die "Emerging Markets" nicht vergessen. Die Menschen aus diesen Regionen haben einfach nicht das Geld für die Anschaffung eines Computers. Geschweige denn eine vergleichbare Breitband Infrastruktur wie in Europa oder Westamerika. Der Traffic in Ländern wie Indien, Südafrika oder Indonesien ist phänomenal.

Aber auch aus den Industrieländern sehen wir ein immer stärker werdendes Traffic-Aufkommen. Dem iPhone sollte man hier einen besonderen Dank zukommen lassen.
Darüber hinaus konnten wir im Jahr 2009 weitere strategische Kooperationspartner gewinnen, sowie bestehende Partnerschaften weiter ausbauen und festigen. Im Entwicklungsbereich muss man ganz klar den Relaunch von SexGoesMobile hervorheben. Die Eröffnung eines Büros in den USA, sowie die ersten Erfolge unseres US Mitarbeiters runden das Jahr entsprechend ab.
Alles in allem ein äußerst gutes Jahr für uns!

2.Im Bereich der mobilen Erotik kann von Umsatzeinbrüchen keine Rede sein. Das Gegenteil ist der Fall. Dies liegt aber nicht daran, dass mobile Kunden mehr Geld haben bzw. ausgeben, sondern weil immer mehr Online Anbieter und Webmaster ganz bewusst mobile Dienste ins Angebot mit aufnehmen. Ferner nutzen immer mehr User das Internet mit ihrem Handy. Aus diesem Grunde trifft uns die Wirtschaftskrise nicht!  

3.Jede Krise birgt neue Chancen. Dies sagt uns zumindest eine bekannte Lebensweisheit.
Wir können nicht stellvertretend für die komplette Branche sprechen, da jedes Unternehmen andere Herausforderungen zu meistern hat. Aus diesem Grunde muss jeder für sich selbst seine Lehren daraus ziehen!
Generell ist es jedoch so, dass Wachstumsmärkte und neue Technologien nicht von der Wirtschaftskrise betroffen sind. Aus diesem Grunde empfehlen wir, sich mal etwas genauer mit dem mobilen Markt zu beschäftigen und dort versuchen Fuß zu fassen.

4.Ich denke, dass das mobile Internet einen immer höheren Stellenwert erreichen wird. Wir werden nächstes Jahr mehr und mehr Unternehmen sehen, die eine mobile Strategie verfolgen. Der nächste Barcelona Summit findet sicherlich nicht zufällig unmittelbar nach dem Mobile World Congress statt!

5.Eine ganze Menge, lasst Euch überraschen. Langweilig wird es uns nicht werden :)

Rüdiger S. Huth
Net-Line Online-Dienste GmbH
1.Mit den Tiefschlägen ist es doch in unserem Geschäft, wie beim Boxen: fünf Minuten ruhig durchatmen, sich wieder sortieren und weitermachen. Zu unserem Glück sind wir in diesem Jahr aber davon so gut wie vollständig verschont geblieben.
Höhepunkte konnten wir indes außerordentlich viele verzeichnen: die bereits im Vorjahr begonnene konsequente Erweiterung unserer Chat-Features gipfelte zu Beginn des Jahres im Relaunch des Multifunktion-Videochats, der allenthalben äußerst positiv angenommen wurde. Ein absolut weiteres Highlight war sicherlich der Launch unserer Plattform für mobile Anwendungen, mit dem wir den Live-Chat als echten Video-Chat auf die Smartphones wie iPhone und Co. bringen konnten. In der zweiten Jahreshälfte konnten wir dann mit der Einführung der XXL-Bildergalerien und der Premium-Videos unserer Senderinnen bei Partnern und Usern gewaltig punkten.
Im Bereich der Offline-Aktivitäten war unser diesjähriger Auftritt bei der Venus in Berlin das absolute Highlight; nur noch übertroffen von den vier Siegen in Folge, die wir mit unserem Motorsportteam Live-Strip.com Racing in den vergangenen Wochen auf dem Nürburgring einfahren konnten.

2.Noch vor Ablauf des aktuellen Quartals steht fest: 2009 war das erfolgreichste Jahr in der Geschichte von Cam-Content. Qualität setzt sich auch in Krisenzeiten letztlich immer durch.

3.Hausaufgaben machen, Kernkompetenzen ausbauen.
Die grundlegenden Axiome unserer Branche lauten doch:
1. Einen Bedarf an erotischen Inhalten gibt es immer, unabhängig von jeder Finanzkrise
2. Die Leute möchten Geld sparen, wann immer es geht – ebenfalls unabhängig von der allgemeinen Wirtschaftslage.
Logische Schlussforderung: man muss erotischen Content bieten, der den Usern einen echten Mehrwert bietet und sollte stets versuchen, Alleinstellungsmerkmale zu schaffen und weiter auszubauen.

4.Da die ISPs ihre Kanalkapazitäten kontinuierlich weiter optimieren und gleichzeitig Breitband-Internet in deutschen Haushalten immer mehr zum allgemeinen Standard wird, werden auch die Ansprüche der User im Hinblick auf datenintensive Dienste, wie zum Beispiel Video- oder Live-Streams, exponentiell steigen. Auch bei den Betriebssystemen kündigt sich wohl eine Revolution an, Cloud Computing wird endgültig zu einem wichtigen Thema: Google wird mit dem Chrome OS für einigen Wirbel sorgen und auch Microsoft Windows Azure dürfte eine ganze Generation von Programmierern auf längere Zeit beschäftigen. Für uns und unsere Webmaster heißt dies in mehrfacher Hinsicht: Augen auf und frühzeitig reagieren.

5.Da möchten wir noch nicht zu viel verraten. Nur so viel: das Thema „Head-MountedDisplay“ in Verbindung mit  „Cybersex“ war lange Zeit nur graue Theorie aus dem Bereich der Science-Fiction, da die entsprechende Technik bislang nicht ausgereift bzw. unbezahlbar war.  Das grundlegende Prinzip, erotische Interaktion und Stimulation zwischen zwei oder mehr Personen, mit dem Internet als Schnittstelle, funktioniert aber tatsächlich wesentlich einfacher, als bisher allgemein angenommen. Wir hoffen, dafür 2010 den Beweis antreten zu können.


Weitere Stimmen zum Thema lesen Sie in WEBeLINE 11+12/09 ab Seite 14