Kaum ist ein neues Gadget da, hat man auch schon alle Funktionen durchprobiert und festgestellt: Hier fehlt noch was! Das wissen auch die Hersteller und öffnen dann gern kurz danach einen so genannten App-Store, wo Entwickler eigene Erweiterungen verkaufen können – natürlich nicht, ohne dass auch der Gadget-Hersteller damit verdient. Und da jeder irgendwie immer mehr will, zählen App-Stores derzeit zu den Gewinnern des E-Commerce. Leider steht der Erotik-Bereich dabei noch außen vor.
Ich gebe es zu, auch ich gehöre zu den Menschen, die sich nicht mit den herkömmlichen Funktionen eines Geräts zufrieden geben. Kaum hatte ich meinen Blackberry in der Hand, kamen auch schon Apps für Twitter, Facebook und einiges andere zusammen. Ist ja schon sehr praktisch. Und so wie mir geht es unzähligen Besitzern von Smartphones, E-Readern usw. Die Hersteller bieten deshalb App-Stores an und so kann jeder sein Gerät individuell an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Schwierig wird es nur, wenn erotische Bedürfnisse ins Spiel kommen. Da kann man die Hürde App-Store nicht so einfach nehmen, denn die Anforderungen zur Weitergabe eines Apps sind nicht einfach zu erfüllen.
Natürlich kann man jetzt sagen: Okay, die wollen keine Erotik, also vergessen wir es einfach. Aber ist es schlau, eine neue und vor allem aussichtsreiche Marketing-Methode so schnell links liegen zu lassen? Ich denke nicht. Denn wir stehen hier noch ganz am Anfang einer Entwicklung. Bisher gibt es die Apps größtenteils nur für Smartphones, aber Amazon kündigt auch schon einen App-Shop für seinen E-Reader Kindle an und Experten gehen davon aus, dass Apples Tablet-Computer den Vertrieb von Apps noch einmal revolutionieren könnte.
Es ist also ein großer Markt und die Erotik-Branche steht noch außen vor. Da hilft jetzt nur eins: Kreativ sein und erotische Inhalte so verpacken, dass sie den harten Bestimmungen der Shops standhalten. Playboy hat beispielsweise ein IPhone-App mit Bikini-Girls. Gut, das ist ziemlich brav und viele App-Käufer haben hier vielleicht auch nur aufgrund der bekannten Marke zugeschlagen – aber es ist immerhin ein erster Ansatz. Ein Versuch, die Erotik in den App-Stores zu etablieren.
Ansonsten findet man noch recht wenige Apps, die auf erotikbegeisterte Gadget-Nutzer abzielen. Dabei kann man ja auch auf brave Art Aufmerksamkeit erregen und neue Kunden gewinnen. Allein in einem kleinen Brain-Storming sind mir auf Anhieb Ideen für fünf verschiedene Apps eingefallen, die wirklich brav daher kommen, interessierte Nutzer aber trotz allem auf den richtigen Weg bringen.
Ich hoffe, andere sehen ähnlich rosige Aussichten für den App-Markt und fangen an, darauf hin zu arbeiten. Denn ein App allein wird hier nichts verändern. Und Spaß macht es doch auch erst, wenn es eine ansehnliche Auswahl gibt. Aber vor allem ist es an der Zeit, dass die Erotik wieder dahin kommt, wo sie einmal war. Als wir noch der Antrieb für viele Technologien waren, konnten wir unsere Produkte alle besser verkaufen. Jetzt allerdings rennen wir oftmals dem Kunden hinterher und begnügen uns mit den Brocken, die hier und da von neuen Trends abfallen und uns vor die Füße kullern.
Die Zukunft wird auf jeden Fall mobiler werden und ein paar Bildchen, die man per Handy anschauen kann, werden zukünftig nicht mehr ausreichen. Die Smartphones sind vielmehr im Massenmarkt angekommen, werden auch von Nicht-Geeks genutzt und bieten unendliche Möglichkeiten. Und langfristig gewinnen wird hier vor allem der, der die Trends verfolgt, sich ausprobiert und nach immer neuen Wegen sucht, aktuelle Trends mit den eigenen Angeboten zu verbinden.
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