Google-Update: Wie ein Pinguin Webmaster zittern lässt | WEBeLINE

Google-Update: Wie ein Pinguin Webmaster zittern lässt

15.05.2012

Wer bei seinen Websites auf Suchmaschinenoptimierung setzt, hat vermutlich ein paar nervenaufreibende Wochen hinter sich und wühlt sich momentan durch Blogs, SEO-Foren und andere Quellen, um zu retten, was noch zu retten ist. Schuld daran ist der Pinguin. Nein, wir sprechen nicht von den niedlichen Tierchen, die possierlich durch die Gegend watscheln, sondern vom gleichnamigen Suchmaschinen-Update, Googles neuestem Streich rund um qualitativ hochwertige SERPS.

Es war ein ruhiger Abend Ende April als viele Webmaster gerade dabei waren, ihr Tageswerk zu beenden und noch einen letzten Rundgang im Netz anzutreten. Die nächsten Minuten waren dann jedoch alles andere als ruhig, denn schnell machte die Botschaft vom neuen Google-Update die Runde und den Rest der Nacht verbrachten alle damit ihre Positionen zu prüfen und Herztabletten zu konsumieren, denn Google hatte mal wieder gewaltig zugeschlagen. All die schönen und so penibel optimierten Seiten, für die man wochen- oder sogar monatelang Links getauscht hatte, verschwanden plötzlich von ihren schönen Positionen und wichen anderen Websites, die weitaus weniger Aufwand betrieben haben. Gerade in SEO-Foren war das Gejammer durch, einige sprachen sogar davon, ihr Geschäft komplett aufgeben zu können, nur weil Tante Google so böse war.

Auch die Adultbranche blieb vor dem Pinguin nicht verschont und auch hier gab es nur wenige Webmaster, die sich über das Update freuten. Nicht weiter verwunderlich, wenn ich das einmal so sagen darf. Was viele als große Überraschung empfanden, war doch nun wirklich voraus zu sehen. Google redet schon seit langem davon, dass Qualität in den SERPs belohnt werden soll - und die Webmaster und SEOs dieser Welt haben nichts besseres zu tun, als automatisierte Texte en masse online zu stellen und zu versuchen, Websites durch reine Keywordlinks ganz nach oben zu bringen. Von einer richtigen Optimierung kann da nicht mehr wirklich die Rede sein. Keywords und Links war für die meisten das einzige, was zählte. Und jetzt schmeckt ihnen die Suppe, die sie nun auslöffeln müssen, so gar nicht.

Während sich die meisten jetzt in wilde Spekulationen und unüberlegtes Handeln stürzen, bleiben nur wenige ruhig und warten erst einmal ab, bis das Update so richtig durch ist. Dann starten sie die wirkliche Analyse, bessern jedoch nicht wirklich nach, sondern bereinigen die Fehler, in dem sie neue Inhalte schaffen, natürliche Links setzen etc. Meiner Meinung nach die beste Entscheidung, denn wer jetzt schon wild herum werkt, macht meist nur noch mehr kaputt und verschenkt vor allem viel Zeit. Anstatt also ins Blaue zu schießen, sollte man die Zeit, bis das Update richtig durch ist, lieber nutzen, um alternative Traffic-Quellen aufzubauen - dann tut auch das nächste Google-Update nicht ganz so weh.
Und was neue Seiten betrifft, sollte man vielleicht einfach mit ein bisschen mehr Überlegung daran gehen. Content, von Menschen für Menschen geschrieben, sinnvolle und "natürliche" Links (verschiedene Anchor-Texte, gute Mischung aus Bookmarks, Katalogen, Website-Links) und ein Wachstum, das nicht gleich nach Spam aussieht, sind da schon mal gute Anhaltspunkte. Wenn man dann dazu noch die Haltezeiten auf der Website und die Absprungrate im Auge behält, kommt man schon ein ganzes Stück weiter und gehört nicht zu den ersten, die Google bei Änderungen abstraft.
Wie so oft hat sich mit dem Pinguin-Update gezeigt, das Qualität deutlich vor Quantität steht und diejenigen am ruhigsten schlafen können, die das schon lange erkannt haben und statt des schnellen Geldes lieber auf nachhaltige Gewinne setzen. So gesehen ist also alles beim Alten, nur leider haben viele die Augen davor verschlossen, bzw. haben sich von den vielen tollen Automatisierungen blenden lassen, die das Webmasterleben ja so einfach machen können. Ein Umdenken wird jetzt allerdings stattfinden müssen, denn ich gehe stark davon aus, dass noch mehr Updates rund um die Qualität anstehen - und wer überleben will, muss sich halt danach richten.
 

Nicole Rinne
www.nirion.at

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