Google: Search, plus YOUR World – viel Neues in den Suchergebnissen! | WEBeLINE

Google: Search, plus YOUR World – viel Neues in den Suchergebnissen!

31.01.2012

Die Google Produktpalette dreht sich aktuell mit einer nahezu bedrohlich erscheinenden Geschwindigkeit – zumindest wenn man versucht, sich als einer der Wettbewerber im Suchmarkt zu positionieren, weiß Bastian Grimm zu berichten. Aber auch für Benutzer des Suchmaschinengiganten ändert sich die Suchergebnisseite (SERP = „Search Engine Result Page“) nahezu täglich, es fällt fast ein wenig schwer, die ganzen Neuerungen noch zu überblicken. Einen umfassenden Einschnitt in die Ergebnisse bringt nun das am 10.01.2012 in den USA gestartete „Search, plus yourworld“ (SPYW), welches Bastian Grimm Ihnen hier ein wenig näher bringen möchte – denn die Veränderungen sind gravierend.

Derzeit nur in den USA verfügbar

Wie bei (fast) jedem Produktstart bzw. Update, sind die Änderungen zu aller erst in den Staaten sichtbar – und nicht sofort in Europa bzw. Deutschland, so auch bei SPYW. Um die neuen Funktionen auszuprobieren, also bitte die www.google.com/ncr (NCR = „nocountryredirect“ – d.h. Sie benutzen die originale Google US-Version) aufrufen, darüber hinaus benötigen Sie ein Google+ Benutzerkonto, in welches Sie sich anschließend bitte einfach einloggen.

Drei neue Kernfunktionen

Google verknüpft mit SPWY die eigentliche Suchmaschine sehr eng mit dem hauseigenen Netzwerk Google Plus. Ziel war und ist es, eine Suchmaschinen zu kreieren, die nicht nur „nicht-personalisierte“ (anonyme) Webinhalte versteht, sondern darüber hinaus auch Menschen und – sofern vorhanden – deren Beziehung(en) zueinander. Insgesamt bringt SPYW im Kern drei neue Funktionen mit sich: Persönliche Ergebnisse (gab es zwar bereits schon vorher, aber nicht in dieser Form), Profile in den Suchergebnissen sowie auch relevante Menschen und Pages. Im Detail bedeutet dies:

Zukünftig wird der registrierte Benutzer neben den, bisher anonymen Suchergebnissen auch solche vorfinden, die speziell und zielgerichtet auf die eigenen Interessen zugeschnitten sind. Um diese Ergebnisse zu liefern, wertet Google nicht nur das Suchverhalten (Seiten, Suchanfragen, etc.) des jeweiligen Benutzers aus, sondern darüber hinaus auch die Interessensgebiete von Freunden und Bekannten, welche z.B. über das Google+ Netzwerk miteinander verbunden sind.
Die Suche auf Basis von Personennamen hat sich grundlegend verändert, mit dem Ziel, hier nicht z.B. 1.000 Personen zu liefern, die „Max Mustermann“ heißen, sondern eben denjenigen, den ich auch persönlich kenne. Hier fällt insbesondere auf, dass bereits beim Eintippen der ersten Buchstaben des jeweiligen Namens eine extrem prominente Integration in das Suggest-Previewvorgenommen wurde. Es wird bereits ein Bild sowie auch Name und Betriebszugehörigkeit gezeigt. Ist man möglicherweise noch nicht direkt mit der vorgeschlagenen Person, so kann dies – natürlich – mit einem einzigen Klick passieren und schon ist derjenige dem entsprechenden Google+ Circle hinzugefügt.
Die – zumindest optisch – gravierendste Änderung wird derzeit bei Suchanfragen nach generischen Begriffen gezeigt. Sucht man z.B. nach „sports“ oder auch „cars“ so werden in der rechten Sidebar +Profile prominenter Personen sowie +Pages populärer Marken – jeweils mit thematischem Bezug – gezeigt.

Interessant ist weiterhin auch zu beobachten, dass Google erstmalig visuell kommuniziert, welche Ergebnisse personalisiert sind und welche tatsächlich aus dem anonymen Web stammen. Personalisierte Ergebnisse sind mit einem entsprechenden Icon gekennzeichnet, bei Bildern aus dem Freundeskreis werden zusätzlich auch die Namen der jeweiligen Personen angezeigt. Ein „Schalter“ im rechten Bereich des Interfaces erlaubt den Wechsel zwischen komplett anonymen sowie den personalisierten Ergebnissen – wobei letztere standardmäßig aktiviert sind.

Auswirkungen auf Suchmaschinenoptimierung

Wenn gleich es noch deutlich zu früh ist, hier eine wirkliche Aussage zu treffen, welche Auswirkungen das Ganze nun auf die verschiedenen SEO-Maßnahmen haben mag, hier einmal einige Ideen / Ansätze:

Die extrem prominente Darstellung von Google+ Snippets (vs. normale MetaDescriptions) wird sich vermutlich massiv auf die CTR einer SERP auswirken. Es werden also möglicherweise viele Inhalte (zusätzlich) auch auf G+ ausgelagert um hier den Traffic abzugreifen.
Der „Trend“ zu weniger Keyword-Daten wird sich fortsetzen, die eingeführte Unterdrückung von Referer-Infos auf Grund der Google SSL-Variante wird wohl eher zu- als abnehmen. Blöd für Statistiken vielerlei Art – und auch für die diversen Webanalytics Softwarelösungen.
Google+ Brand Pages werden unglaublich wichtig: Zum einen werden sie stark ranken (schon jetzt bei normalen Profilen zu beobachten), weil sie eben bei Google+ liegen, zum anderen hat Google erstmalig eine eigene Destination für Brand-Traffic, was vorher nicht der Fall war. Und darüber hinaus kann man denn dann auch noch per AdWords vermarken, super Sache!
Operativ: G+ scheint derzeit noch sehr „nerdig“ – ähnlich wie ein Twitter, dass in Deutschland eine primäre Benutzergruppe im Marketing- sowie Technik-Sektor vorweisen kann. Klar ist, dass G+ derzeit noch weit weg ist vom Mainstream – die Frage bei einer so massiven Integration ist aber, ob und wenn ja, wie lange das noch der Fall sein wird.

Und sonst so?

Die wohl am häufigsten geäußerte Kritik bezieht sich auf die Art und Weise der Integration von Google+ Inhalten. Es fällt insbesondere auf, dass Inhalte zu Personen, die in ähnlicher Form z.B. auf Facebook und Twitter – aber auch auf LinkedIn oder Quora – verfügbar wären, sehr selten bis gar nicht auftauchen. Und wenn, dann in einer Darstellungsform, die deutlich weniger prominent ist, als es bei Google+ Inhalten der Fall ist. Das lässt natürlich viel Raum für Spekulation, z.B. ob möglicherweise auch kartellrechtliche Prüfungen notwendig sind – es macht aber auch eines ganz, ganz deutlich: Google KANN in 2012 im „Social Game“ nicht noch einmal versagen und wird alles dafür tun, mit Google+ erfolgreich zu sein. Es bleibt also spannend!


Kontakt Bastian Grimm:

www.grimm-digital.com

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