„Wir bieten individuelle Lösungen sowohl für Adult-Kunden als auch Non-Adult-Kunden an“ | WEBeLINE

„Wir bieten individuelle Lösungen sowohl für Adult-Kunden als auch Non-Adult-Kunden an“

03.12.2009

Die Online-Branche boomt. Es gibt eigentlich nichts mehr, was nicht per Mausklick bestellt und somit gekauft werden kann. Neben den angebotenen Produkten stehen hier die verschiedenen Zahlungsmittel im Fokus. WEBeLINE sprach mit Stephan Wetzmüller, Geschäftsführer der ecardon payments GmbH über dieses sensible Thema.

Herr Wetzmüller, wann wurde die Firma ecardon payments gegründet und welchen Background haben Sie respektive die Mitarbeiter dieser Firma?

Stephan Wetzmüller: Die ecardon payments GmbH besteht als solches seit April 2008, war aber vorher schon als Tochtergesellschaft eines Payment Service Providers unter anderem Namen aktiv.
Ich selber bin seit nunmehr fast zehn Jahren in der Payment Branche „unterwegs“ und habe bei einigen Payment Dienstleistern den Vertrieb geleitet oder war als Partner beteiligt.
Unsere Mitarbeiter sind mit dem Unternehmen „groß“ geworden und haben zum Teil ihre Ausbildungen in der vorherigen Muttergesellschaft abgeschlossen.
Erst kürzlich haben wir zwei weitere Mitarbeiter für die Bereiche Sales und Finanzen eingestellt. Das Team besteht nun aus fünf festangestellten Mitarbeitern und diversen freiberuflichen Repräsentanten.

Welche Zahlungsverfahren bietet ecardon payments an?

Wetzmüller: Im Grunde bietet die ecardon sämtliche derzeit gängige Zahlungsverfahren an.
Durch eine Kooperation mit einem der führenden Paymentgateway-Anbieter in Deutschland sind wir in der Lage, ein eigens für die ecardon gebrandetes System unseren Kunden anzubieten, welches nahezu jedes Payment-Angebot technisch abdeckt und bereits angebunden und integriert hat. Je nach Business-Typ des jeweiligen Kunden, können wir durch eine einzige Anbindung dem Kunden eine Vielzahl von Optionen eröffnen.
Nach wie vor sind jedoch die Kreditkarte und das Elektronische Lastschriftverfahren (ELV) die meist gewählten Optionen. Alternativen wie zum Beispiel sofortueberwesiung.de können natürlich ebenfalls einfach und schnell „dazu geschaltet“ werden.

Arbeitet ecardon payments ausschließlich im nationalen oder auch im internationalen Bereich?

Wetzmüller: Durch Verträge mit weltweit tätigen Banken und Acquirern bieten wir selbstverständlich nicht nur nationale Zahlverfahren an, sondern können weltweit Kunden mit sog. Merchant Accounts (VU-Nummern) für fast alle Businessmodelle, Produkte und Dienstleistungen versorgen.
Hat ein Kunde zum Beispiel seinen Firmensitz in Kanada und bietet Downloads oder Memberships über seine Website weltweit an, suchen wir ihm unter unseren Vertragspartnern den für ihn passenden aus und bieten dann entsprechende Lösungen für die verschiedenen Zielmärkte an. Zum Beispiel ELV in Deutschland, Kreditkarte weltweit, Lastschrift in Österreich und so weiter.
Natürlich bekommt der Kunde auch die notwendigen Dokumente und Verträge von uns zur Verfügung gestellt, sodass er hier lediglich einen Ansprechpartner für alle Lösungen hat.

Wo liegen die Unterschiede für Sie, wenn Sie nationale Kunden oder dementsprechende internationale Kunden bedienen?

Wetzmüller: Im Grunde gibt es kaum Unterschiede, lediglich der Prozess zur Erlangung des Merchant Accounts ist bei einigen Banken unterschiedlich. Ebenso die erforderlichen Dokumente sind abhängig vom gewählten Partner mehr oder weniger zahlreich beizubringen.

Welche Unterschiede sehen Sie im Vergleich zu anderen Payment-Anbietern und wo liegen die Vorteile von ecardon payments?

Wetzmüller: Die meisten Payment Anbieter unterscheiden sich nur wenig voneinander. Da die Kreditkartenorganisationen bereits vor einiger Zeit den sog. PCI (Payment Card Industry) Standard eingeführt haben, müssen alle Zahlungsanbieter sich zertifizieren.
Selbstverständlich hat auch die ecardon eine entsprechende Zertifizierung (Level 2) und das genutzte Payment Gateway den dazu notwendigen PCI Level 1 Status.
Unterschiede zu anderen Payment-Anbietern lassen sich meist nur in der Anzahl der angeschlossenen Banken und Acquirer ausmachen, ebenso natürlich im Angebot der Zahlungs-Optionen und nicht zuletzt im Service dem Kunden gegenüber.
Die Vorteile der ecardon liegen sicher in der Vielzahl der bereits über das Payment-Gateway angeschlossenen Banken und Acquirer, ebenso wie das breite Angebot an Optionen und abrechenbaren Businessmodellen und nicht zuletzt natürlich in der Philosophie der ecardon unseren Kunden gegenüber.

Worauf sollten Kunden, die einen Payment-Anbieter auswählen müssen, achten? Gibt es Anzeichen, die gute von weniger guten Payment-Anbietern unterscheiden?

Wetzmüller: Ich denke das Gefühl muss stimmen, da der Kunde ja in der Regel seine Umsätze über einen Payment-Anbieter abrechnen lässt. Zunächst mal sollte ein persönlicher Kontakt und eine professionelle Beratung über die Möglichkeiten stattfinden. Ganz wichtig ist hierbei die Wahl des Standortes des Payment-Anbieters. Ist der Payment-Anbieter überhaupt erreichbar, zum Beispiel telefonisch oder per eMail.
Seriöse Anbieter mit entsprechenden Zertifizierungen oder Lizenzen sind eher in Deutschland, Europa und den USA/Kanada zu finden, was nicht heißen soll, dass alle anderen Anbieter nicht seriös sind. Sogenannte Offshore Firmen sind jedoch meist eher im High-Risk Bereich anzutreffen und scheiden daher meistens als sinnvolle Alternativen für die meisten Kunden aus. So bieten zum Beispiel einige Anbieter Merchant Accounts innerhalb von 24 Stunden an, ohne jegliches Einreichen von Dokumenten. Spätestens hier sollte man zumindestens Vorsicht walten lassen.

Welche Kundengruppe sprechen Sie mit ecardon payments an? Befinden sich Ihre Kunden sowohl im Adult- als auch im Non-Adult-Bereich, oder haben Sie sich auf eine Branche spezialisiert?

Wetzmüller: Die ecardon payments GmbH bietet Optionen für fast alle Businessmodelle an. Unser Portfolio an Kunden ist breit gefächert und wir bieten selbstverständlich individuelle Lösungen sowohl für Adult-Kunden als auch Non-Adult-Kunden an.
Speziell im Adult-Bereich lassen sich verschiedene Lösungen und Leistungen kombinieren und bieten jeweils den Bedürfnissen des Adult-Anbieters ein breites Angebot an Möglichkeiten.

Spielen wir Konsument: eine gewisse Hemmschwelle ist scheinbar immer noch gegeben, wenn es heißt, für Produkte oder Angebote online zu bezahlen. Was hat sich in den vergangenen Jahren geändert? Wie sicher sind mittlerweile die Zahlungen im Netz?

Wetzmüller: Zahlungen im Netz sind sicher, soviel steht fest. Die Kreditkarten Organisationen haben zum Beispiel nach und nach Standards eingeführt, die Betrugsfälle immer seltener werden lassen. Beispielsweise ist der Einführung des sog. CVV/CVV2 Codes bei der Eingabe der Kreditkartendaten der 3D Secure (Mastercard Secure Code / Verified by Visa) Standard gefolgt, welche die Online-Zahlungen erheblich sicherer gemacht haben.
Auch die Einführung des PCI Standards bei Payment-Anbietern und Händlern hat eine weitere deutliche Verbesserung der Akzeptanz gebracht, da entsprechende Daten nur noch durch PCI zertifizierte Unternehmen gespeichert werden dürfen.
Die Hemmschwelle ist zwar noch immer gegeben, wird aber sicher durch weitere Maßnahmen nach und nach abgebaut.

Und welches Zahlungsmittel ist nach Ihrer Erfahrung zur Zeit das beliebteste Online-Zahlungsmittel?

Wetzmueller: Weltweit ist sicher nach wie vor die Kreditkarte führend, in den lokalen Märkten setzen sich jedoch immer mehr die entsprechend bekannten und schon in der „realen Welt“ etablierten Zahlungsmittel durch, die jeweils den Bedürfnissen der lokalen Gegebenheiten angepasst wurden.

Kreditkarten erfreuen sich auch in Deutschland zunehmender Beliebtheit und ist als angebotenes Zahlungsmittel unumgänglich. Mit wem schließen Ihre Kunden eigentlich den Vertrag? Mit ecardon payments oder direkt mit den Banken?

Wetzmüller: Vollkommen richtig, Kreditkarten sollten auf jeden Fall als Zahlungsmittel angeboten werden. Wie bereits schon erwähnt haben wir diverse Banken und Acquirer als Partner gewinnen können und sind deshalb in der Lage entsprechend individuelle Lösungen anzubieten. In der Regel schließt der Kunde ein „Processing Agreement“ mit der ecardon zur Nutzung des Payment-Gateways und einen zweiten Vertrag direkt mit der entsprechenden Bank / Acquirer. Beide Verträge werden jeweils von uns zur Verfügung gestellt, sodass der Kunde einen einzigen Ansprechpartner hat.

Und wie sieht es mit den Auszahlungen aus? In welchem Turnus landen die Umsätze auf den Unternehmenskonten der Kunden?

Wetzmüller: Die Auszahlungsmodalitäten hängen von Businessmodell des Kunden und der ausgewählten Bank ab. In der Regel werden die Transaktionen über eine Woche (z.B. Montag-Sonntag) „gesammelt“ und dann je nach vorheriger Risikobewertung der Bank einmal wöchentlich mit einem Verzug von bis zu sieben Tagen ausbezahlt.
Natürlich hängen die Auszahlungskriterien auch an den jeweiligen Umsätzen und Bedürfnissen der Kunden. So kann durchaus eine tägliche Auszahlung Sinn machen und auch möglich sein.

Welche Projekte und geplante Kooperationen stehen in den kommenden Monaten auf Ihrer Agenda?

Wetzmüller: Wir erweitern ständig unser Angebot und unser Produktportfolio und sind somit immer auf der Suche nach neuen Partnern.
Banken und Acquirer sind ebenso „willkommen“, wie Reseller und natürlich nicht zuletzt neue Kunden.
Neueste Entwicklungen, Kooperationen und Partnerschaften werden natürlich immer auf www.ecardon.com unter „News“ zu finden sein.

Herr Wetzmüller,
vielen Dank für das Interview!